23.03.2010

Friedhof ist Ansichtssache
Bekommt Rheinbach einen Friedwald?

Ein dahingehender Antrag privater Betreiber lag jedenfalls dem zuständigen Ausschuss des Rheinbacher Stadtrats auf seiner letzten Sitzung vor. Die Angelegenheit wurde vertagt, eine weise Entscheidung. Man habe noch Klärungsbedarf, hieß es.

Das ist auch richtig, aber diese Klärung oder nennen wir es Aufklärung darf, so findet die UWG, nicht nur parteiintern, sondern muss bei einem solch sensiblem Thema wie der Bestattungskultur zusammen mit den Bürgern, d.h. öffentlich stattfinden. Die UWG hat sich auf ihrer letzten Fraktionssitzung ausführlich mit der Frage beschäftigt und ist überzeugt, dass ein solches Projekt für Rheinbach Sinn macht.

Worum geht es? Immer mehr Bürger wünschen eine Feuerbestattung in der „freien“ Natur, wie sie auch in anderen Kulturen üblich ist, z.B. im Hinduismus. In Deutschland ist das, wenn man mal von der Seebestattung absieht, nur in einem Friedwald oder Friedhain möglich.  Als Gründe für einen solchen Wunsch werden angeführt einmal die geringen Bestattungskosten – eine Bestattung im Friedhain auf dem Heiderhoffriedhof in Bad Godesberg kostet ca.1400 € - , dann der Wunsch vieler Menschen, nach  dem Tod ihren Angehörigen keine jahrelange Grabpflege zuzumuten, manche Mitbürger haben keine Angehörigen und schließlich suchen sicher auch nicht wenige eine unkonventionelle Möglichkeit, mit der Natur und dem Schöpfer eins zu werden. Die Liste kann erweitert werden.

Friedwald und Friedhain unterscheiden sich dadurch, dass im Friedwald die Urne mit der Asche des Verstorbenen am Fuße eines Baumes bestattet wird, im Friedhain, einem eher offenen Gelände, aber durchaus mit Baumbestand, werden die kompostierbaren Urnen, meist wie Särge aus Holz, nach einem Rasterplan auf einem ca. einen Quadratmeter großen Teilstück beigesetzt. Im Friedhain kann man auf dafür vorgesehenen Stelen die Namen der Verstorbenen auf einer kleinen Plakette anbringen. In beiden Fällen ist der genaue Ort der Beisetzung nicht mehr zu erkennen, die Betreiber garantieren aber, dass der Ort der Beisetzung eine gewisse Zeit, meist um die zehn Jahre, unberührt bleibt, wobei bei dieser Bestattungsart ohnehin die Gefahr nicht sehr groß ist, dass mal Platzmangel herrscht. Evangelische Geistliche begleiten eine solche Bestattung, katholische haben wohl Vorbehalte.

Die Stellungnahme der Verwaltung zum o.a. Antrag enthielt mehrere Alternativen für den Fall einer grundsätzlichen Zustimmung des Rates. Der UWG erschien es sinnvoll, dass der Betrieb einer solchen Einrichtung in städtischer Regie und nicht privat erfolgen sollte. Zum einen bleibt dann das gesamte Bestattungswesen in einer Hand, zum andern könnten die Einnahmen, die sich eine gewinnorientierte Privatinitiative ja zu versprechen scheint, dem Gemeinwesen zugute kommen. Was den Standort betrifft, bietet sich die ebenfalls von der Verwaltung vorgeschlagene Umgebung der Waldkapelle als ideale Lösung an.  Die Einrichtung eines Friedhains auf dem Rheinbacher  Waldfriedhof bei ausreichender Fläche, hält die UWG auch aus Kostengründen ebenfalls für vertretbar. Sie ist allerdings längst nicht so attraktiv wie der Standort Waldkapelle. Das ist ein würdiger Ort, sicher auch mit Bestattungstradition, allen nötigen Infrastrukturen, vom Parkplatz über die Kapellenanlage als christlicher Versammlungsort bis zu Möglichkeiten, im Zusammenhang mit der Beerdigung noch zu einer Stärkung einzuladen (Waldhotel, Café Löhrer) und weit genug von Rheinbach weg, dass auch Bürger aus Meckenheim sich eine Bestattung dort vorstellen können. Was so despektierlich klingt, hat zumindest den ernsten Hintergrund, dass diese Bestattungsform zunehmend nachgefragt wird, und wenn Rheinbach sie nicht anbietet, tun es die Gemeinden in der Nachbarschaft.

Was bleibt, ist, unsere Bürger einzuladen, zu diesem sicherlich emotional besetzten Thema ihre Meinung zu äußern. Die Kontaktaufnahme ist ganz einfach: Senden Sie uns eine Email oder sprechen Sie einen unserer Ratsvertreter oder sachkundigen Bürger an.

WHG4UWG

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