13.05.2015

UWG bleibt in Sachen Gesamtschule am Ball - Anfrage an den Bürgermeister

Kein Rheinbacher Schüler soll abgewiesen werden -Gesamtkonzept gefordert

Wie bekannt mussten im Anmeldeverfahren an der Rheinbacher Gesamtschule für das kommende Schuljahr 4 Kinder aus Rheinbach abgelehnt werden. „Es hätten durchaus auch noch mehr Kinder aus Rheinbach betroffen sein können, auch aus den Ortschaften“, so der Merzbacher UWG-Ratsherr Jörg Meyer. Gleichzeitig wurden gemäß der gesetzlichen Regelungen 21 Kinder aus den Nachbarkommunen Meckenheim und Swisttal aufgenommen, da diese Kommunen über keine eigene Gesamtschule verfügen. Für die nicht aufgenommenen Kinder aus Rheinbach entstehen nun erhebliche Nachteile. Sie können nicht in ihrem eigenen Wohnort zur Schule gehen, müssen lange Anfahrtswege nach Heimerzheim oder Meckenheim in Kauf nehmen und werden aus ihrem sozialen Umfeld teilweise herausgerissen.

Besonders trifft diese Situation Kinder mit Hauptschul- oder Realschulempfehlung. Für diese ist eine Beschulung in Rheinbach derzeit nicht sichergestellt. Für Kinder mit keiner klaren Gymnasialempfehlung stellt sich zukünftig die Frage, ob sie nicht lieber deshalb aufs Gymnasium gehen, um in Rheinbach sicher einen Schulplatz zu bekommen, obwohl für diese Kinder oft die Gesamtschule die bessere Wahl wäre. Sollten jedoch diese Kinder während der Erprobungsstufe das Gymnasium nicht schaffen, so werden sie auf der Gesamtschule Rheinbach kaum einen Platz finden, denn die Schule ist ja bereits voll. „Hier muss vorausschauender geplant werden“, findet Jörg Meyer.

In der letzten Ausschusssitzung lehnten CDU und FDP den UWG Antrag ab, kurzfristig als Ausnahme eine weitere Klasse zu genehmigen, um dann in Ruhe Lösungsmöglichkeiten zu entwickeln. Eine zusätzliche Klasse koste zuviel an Investitionen für Räumlichkeiten: Insgesamt 5 Mio EUR zusätzlich wurden von der CDU genannt. Der anwesende Sachverständige für Schulentwicklungsplanung nannte für die weiteren erforderlichen Klassenräume bei Sechszügigkeit 1,5 Mio EUR. Diese Zahlen klaffen so extrem auseinander“, so Jörg Meyer, „dass ein Gutachten Klarheit bringen sollte.“  Früher hatten die Hauptschule und die Realschule zusammen ja auch mindestens 6 Klassen“, so Jörg Meyer weiter. Weiter argumentierte die CDU: „Auch dürfe auf keinen Fall das Gymnasium unter einer Ausweitung der Gesamtschule leiden“. „Für die UWG ist erst mal Priorität:  ALLE  Rheinbacher Kinder, auch die ohne Gymnasialempfehlung, müssen in Rheinbach zur Schule gehen können“, entgegnet Meyer.

Einen zweiten Antrag der UWG, die Verwaltung möge sich mit den Nachbarkommunen zusammensetzen und gemeinsam Lösungsmöglichkeiten entwickeln, lehnte die CDU-Mehrheit ebenfalls ab. „Diese Ablehnung ist schwer verständlich, weil fast 1/3 aller Anmeldungen aus Swisttal (31) und Meckenheim (14)“ stammen, so Jörg Meyer weiter.

Die Bezirksregierung sagte auf Anfrage der UWG  ihre Unterstützung für einen möglichen „runden Tisch“ mit den Nachbarkommunen zu.  „Die jetzige Situation für die Schulstadt Rheinbach ist aus Sicht der UWG nicht akzeptabel. Rheinbach steuert auf  eine Unterversorgung bei den weiterführenden Schulen zu. Für Rheinbacher Kinder vorgesehene Plätze werden von Kindern aus Nachbarkommunen eingenommen.  Es müssen jetzt mit den Nachbarkommunen Lösungen entwickelt werden.“ Mit einem umfangreichen Fragenkatalog hat nun die UWG den Bürgermeister gebeten als Bürgermeister Rheinbachs und gleichzeitig Sprecher der linksrheinischen Kommunen des Rhein-Sieg-Kreises die Initiative zu ergreifen und  in der nächsten Ratssitzung in einer Fragestunde zu Ergebnissen aus ersten Gesprächen und möglichen Lösungsoptionen Stellung zu nehmen. Die Fragestunde ist öffentlich um beginnt am 22.6. um 17:30 Uhr im Himmeroder Hof. „Sie werden aus den Antworten des Bürgermeisters hoffentlich sehen, wie sich die Verwaltung die Lösung unserer Schulprobleme vorstellt“, so der  UWG-Ratsherr abschließend.

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